11. Tag: Insel-Hopping: Mull und Iona
Heute ging es sehr früh los, da die Fähre um 07:30 Uhr ablegte.
Da keine Zeit für ein Frühstück blieb, gab es ein Lunch-Paket vom Hotel.
Anbei ein paar Eindrücke von der Fährfahrt.
Auch auf den Fähren sind Hunde willkommen.
Angekommen auf der Insel Mull ging es einmal quer über die Insel.
Und dann ging es auf die nächste Fähre.
Angekommen auf Iona.
Die Hebriden-Insel Iona liegt rund 1,6 Kilometer westlich der Insel Mull und ist gerade mal 5 Kilometer lang und 2,4 Kilometer breit. Die höchste Erhebung ist der Dùn Ì mit 101 Metern. Aktuell leben 170 Personen auf der Insel, die meisten im Hauptort Baile Mòr.
Iona bildete über Jahrhunderte das geistliche Zentrum Schottlands. Im Jahre 563 kam Columban mit zwölf Männern von Irland nach Iona und gründete dort das Kloster Iona Abbey. Von Iona verbreitete sich das Christentum in Form der sogenannten Keltischen Kirche in Schottland und Nordengland. Vermutlich wurde das Book of Kells, eines der kostbarsten Werke insularer Buchmalerei, im 7. oder 8. Jahrhundert auf Iona verfasst.
Auch galt Iona mehrere Jahrhunderte als „Heilige Stätte“. Schottisch-irische und norwegische Könige sollen auf dem Friedhof Reilig Odhráin bestattet sein. So war Iona Begräbnisstätte der Könige von Dalriada und ihrer Nachfolger, der frühen Könige von Schottland. Der letzte von diesen war der aus Shakespeares gleichnamigen Drama bekannte Macbeth. Zahlreiche Kreuze entstanden zu dieser Zeit auf Iona. Viele wurden später von puritanischen Gruppen ins Meer geworfen.
Die keltische Klosteranlage bestand bis ins 11. Jahrhundert. Sie wurde durch Wikingerüberfälle zerstört. Im 12. Jahrhundert unterlagen die Culdeer den nordwärts drängenden Anhängern der römisch-katholischen Kirche. In der Folge entstand ein zweites Kloster 1203 als Benediktiner-Abtei und Kathedrale der Insel. Das Kloster bestand bis in die Reformationszeit, verfiel dann und wurde ab 1939 wieder aufgebaut.
Im 19. Jahrhundert wurde auf Iona grüner Marmor abgebaut. Der Steinbruch ist heute noch vorhanden.
Theodor Fontane besuchte die Insel 1858.
1938 gründete George MacLeod, Pfarrer der Church of Scotland in Govan (Glasgow), auf Iona die Iona Community, eine christliche Gemeinschaft, die Mission und soziale Arbeit betont. Ziel der Arbeit dieser Gemeinschaft ist es, „neue Wege zu finden, die Herzen aller zu erreichen“. Die Gemeinschaft tut dies vor allem durch Jugendarbeit, neue Lieder, Gottesdienste und Gottesdienstbausteine sowie Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden. Zu ihren Aktivitäten gehörte der Wiederaufbau der Abtei.
Auf Iona wurde ich von Jana begrüßt. Jana kommt ursprünglich aus Berlin-Prenzlauer Berg und ist vor 25
Jahren nach Iona ausgewandert, weil sie dort ihren Mann kennengelernt hat. Sie arbeitet als Künstlerin auf der Insel und führt deutsche Gruppen über die Insel. Ihr Mann ist Hausmeister in einem Hotel auf Iona. Ihre Kinder sind 18 und 16 Jahre alt. Sie erzählte vom Insel-Alltag.
Montag morgens werden die Kinder in die Schule nach Oban gebracht. Hierfür sind sie drei Stunden unterwegs. Fähre - Auto - Fähre - Auto. Unter der Woche sind die Kinder dann in Oban in einem Internat. Freitag abends holen sie die Kinder wieder in Oban ab. Fahrzeit, wie gesagt, jeweils drei Stunden - eine Strecke.
Auf der Insel gibt es einen kleinen Supermarkt, wo man das nötigste bekommt. Früher sind sie alle 2-3 Wochen nach Oban gefahren für ihren Großeinkauf. Seit Corona gibt es die Möglichkeit eines Lieferdienstes. Sie bestellen dann online ihre Sachen, also insbesondere Lebensmittel, und die werden dann dienstags und freitags mit einem Lieferdienst zu ihnen auf die Insel gebracht. Das war eine unheimliche Verbesserung meinte sie.
Immer donnerstags ist ein Arzt auf der Insel. Sofern man krank wird und der Arzt nicht da ist, muss man ggf. selbst den weiten Weg nach Oban auf sich nehmen. In Notfällen kommt der Hubschrauber vom Festland, sofern er denn aufgrund von Stürmen überhaupt landen kann. Schwangere sind angewiesen zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin die Insel zu verlassen und auf das Festland zu gehen. Leider klappt das nicht immer. So kam es auch schon vor, dass die Kinder auf der Fähre geboren wurden. In solchen Fällen wird die Glocke der Fähre mit dem Namen des Kindes „beschriftet“ und zum 18. Geburtstag bekommt das Kind „seine“ Glocke geschenkt.
In den nächsten Wochen bekommen sie Glasfaser auf die Insel. Die Leitungen durchs Meer sind schon gelegt.
Es gibt einen Wollladen, in dem Wolle von den Insel-Schafen verkauft wird bzw. Produkte, die von dieser Wolle hergestellt wurden.
Vor einigen Jahren wurde für 2,4 Millionen Pfund eine Gemeindehalle gebaut. Dort finden Sportkurse oder Spieleabende statt.
Es gab auch ein Nonnenkloster auf der Insel.
Auf Iona gibt es einige Hotels, u.a. das St Columba Hotel. Das Hotel hat auch noch ein kleines Bistro. Die Zutaten werden, soweit es geht, vom eigenen Bio-Garten auf der Insel bezogen. Die restlichen Lebensmittel werden, ebenfalls in Bio-Qualität, vom Festland geordert.
Typisch für die Insel sind Artischocken. Da das Klima hier vom Golfstrom beeinflusst wird, wachsen die dort ganz gut.
Weiter auf Iona.
Das Haus des Gründers der Iona Community, George MacLeod.
Der Friedhof neben der Abtei.
Die Iona Abbey.
Die Steinplatten im Boden sind Gräber, vermutlich Königsgräber, die als Weg dienten - die Straße der Toten.
Der grüne Marmor der Insel.
Unter den Steinplatten, die mit Kreuzen markiert wurden, wurden bei Restaurierungsarbeiten menschliche Gebeine gefunden.
Das Grab des 8. Duke of Argyll.
Ein weiteres Grab.
Der Altar ist ebenfalls aus dem grünen Marmor der Insel.
Und nochmal Gräber.
In der Kirche wächst seit Jahren Farn an der Wand. Regelmäßig brüten dort Vögel. Die Gemeinde lässt daher immer die Türen auf, damit die Vögel zu jeder Zeit rein und raus fliegen können - auch während der Gottesdienste.
Der Kreuzgang.
Die linken Säulen sind vom ersten Kloster.
Da sind ja die Vögel. 😉
Details des Kreuzgangs.
Verschiedene Grabplatten.
Hier kann man nochmal die ganz alten Säulen erkennen.
Leider hat sich das Wetter dann sehr verschlechtert und es hat geschüttet. 🌧️
Das Haus eines Künstlers.
Blick auf die Iona Abbey, im Hintergrund die Insel Mull.
Die Bienen lassen sich vom vielen Regen nicht unterkriegen. 🐝
Im St Columba Larder. 🤤
Einkehr im Bistro des St Columba Hotels.
Die Hortensien, einfach immer wieder toll.
Getreu dem Motto: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.
Es wurde geschichtet: T-Shirt, Fleece, Regenjacke, Regenmantel.
In der Wartehalle der Fähre war eine Inselkarte, auf der man markieren konnte, wo man heute welche Tiere oder Pflanzen gesehen hat. 👍🏻
Je nach Jahreszeit kann man hier Wale sehen. Auf dem
Poster wird auch dargestellt, wie sich der Wal an der Oberfläche zeigt.
Die Schotten bleiben entspannt.
Bei gutem Wetter hat man hier schönste Karibikstrände. Nur die Wassertemperatur erinnert einen daran, dass es doch nicht die Karibik ist. 😂
An der Anlegestelle in Mull gibt es eine Seafood Bar, die sogar Awards bekommen hat. In einem einfachen Häuschen. Es wird ganz frisch verkauft.
Auch auf der Insel Mull hat es sich eingeregnet.
Da kommt die nächste Fähre.
An der Anlegestelle in Oban gibt es auch Fisch & Co.. 🫣
Abendessen im Hotel:
Wildcarpaccio
Hühnchen mit Kartoffel
Cranachan (schottische Nachspeise)
Das war sehr lecker.
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